Wissenschaftliches Programm

8:30 - 10:15 | SPEZIALTIEFBAU I

Geotechnische Besonderheiten bei der Planung der Gründungen einer Schrägseilbrücke im Rosenheimer Seeton

Autoren: Prof. Dr.-Ing. Roberto Cudmani, Zentrum Geotechnik, TU München
Dr.-Ing. Daniel Rebstock, Zentrum Geotechnik, TU München
Stefan Högenauer, Staatliches Bauamt Rosenheim

 

Die Gründung der Schrägseilbrücke in strukturempfindlichen, geringtragfähigen feinkörnigen Beckenablagerungen mit einer Mächtigkeit von ca. 150 m stellt eine besondere Herausforderung dar. Das gewählte Gründungs- und Nachweiskonzept der schwimmenden Gründung wird durch das zeitabhängige mechanische Verhalten des Seetons maßgeblich beeinflusst. Zur Charakterisierung der Baugrundeigenschaften wurden neben den Baurgunduntersuchungen hochwertige Pfahlprobebelastungen herangezogen. Bei letzteren steht der Einfluss der Pfahlherstellung auf die Störung der Struktur der Seetone und der von uns vorgesehenen Vorkehrungen zu dessen Reduktion im Fokus der Arbeiten.

 

Portonovi, Montenegro - Baugrundverbesserung einmal anders

Autor: Ing. Erwin Girsch, BAUER Spezialtiefbau Ges.m.b.H., Wien, Österreich

 

Am Eingang zum UNESCO Weltkulturerbe, der Bucht von Kotor in Montenegro, errichtet eine Investorengruppe aus
Aserbaidschan auf einer Fläche von rund 26 ha mit einer Küstenlinie von 1,7 km ein Resort der Weltklasse. Im Erdbebenfall weist der anstehende Untergrund ein hohes Risiko zur Bodenverflüssigung auf. Die Baugrundverbesserung unterhalb der geplanten Gebäudekomplexe erfolgte mit dem für BAUER patentierten MIP® (Mixed In Place) - Verfahren. Dafür wurden sowohl diskrete Einzelsäulen als auch Wandscheiben bis in Tiefen von 23m hergestellt. Eine weitere Besonderheit stellt die Verwendung von Salzwasser zur Herstellung der Zementsuspensionen dar.

 

Modernisierung U-Bahnhof Sendlinger Tor - besondere geotechnische Herausforderungen beim Bau einer innerstädtischen Baugrube

Autoren: Damir Dedic M.Sc., Ed. Züblin AG - Zentrale Technik, München
Dipl.-Ing. (FH) Michael Jänke, Ed. Züblin AG - Zentrale Technik, München
Dr. -Ing. Heiko Neher, Ed. Züblin AG - Zentrale Technik, Stuttgart

 

Nach 45 Jahren intensiver Nutzung wird der Münchner U-Bahnhof Sendlinger Tor generalsaniert. Hierzu werden zwei bis zu 20 Meter tiefe Baugruben hergestellt. Aus diesen werden 4 Querschläge im Schutze von Bodenvereisungsmaßnahmen zu den bestehenden Tunnelröhren aufgefahren. Die sehr beengten Platzverhältnisse und die daraus resultierende asymmetrische Baugrubengeometrie sowie ein zusätzlich ungleich anzusetzender Vereisungsdruck sind Randbedingungen, die zu erhöhten Anforderungen bei der Planung und Ausführung der Verbaumaßnahmen führen.

 

Kö-Bogen II - Interaktion zwischen tiefer Baugrube und komplexem Gründungssytem unter Berücksichtigung standortspezifischer Besonderheiten in Planung und Ausführung

Autoren: Dr.-Ing. Michael Stahl, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Düsseldorf
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Wedenig, BAUER Spezialtiefbau GmbH, Schrobenhausen
Dipl.-Ing. Walter Heitmann, HOCHTIEF Infrastructure GmbH, Köln
Dr.-Ing. Norbert Veith, ICG Düsseldorf GmbH, Düsseldorf

 

In Zuge der Entwicklungsmaßnahme Kö-Bogen II entsteht im Zentrum von Düsseldorf in unmittelbarer Nähe sensibler Nachbarbebauung ein Gebäudekomplex mit ca. 17 m in den Baugrund einbindenden Untergeschossen. Bei der derzeit in der Ausführung befindlichen Baugrube handelt es sich um eine mit zwei Stahlbetondeckeln ausgesteifte Trogbaugrube in Schlitzwandbauweise mit Einbindung der Lamellen in die tertiären, gering wasserdurchlässigen Feinsande. Im Bereich des Büro- und Geschäftshauses sind Volldeckel unter Berücksichtigung von Primärstützen (Schlitzwand-Barette und Großbohrpfähle jeweils mit eingestellten Fertigteilstützen) geplant, um Ober- und Untergeschosse parallel herstellen zu können.

 

Planung der Baugrube für die neue Schleuse Lüneburg am Elbe-Seiten-Kanal Planungsherausforderungen im Grenzbereich des Machbaren

Autoren: Dipl.-Ing. Björn Helfers, grbv Ingenieure im Bauwesen GmbH & Co. KG, Hannover
Dr.-Ing. Hatice Kaya, BBI Geo- und Umwelttechnik Ingenieur-Gesellschaft mbH, Hamburg
Dr.-Ing. habil. Sascha Henke, BBI Geo- und Umwelttechnik Ingenieur-Gesellschaft mbH, Hamburg

 

Im Verlauf des Elbe-Seitenkanals (ESK) steht in Scharnebeck bei ESK-km 106 das Schiffshebewerk (SHW) Lüneburg. Das SHW Lüneburg stellt in den heutigen Abmessungen zunehmend einen Engpass für die Schifffahrt dar und soll durch den Neubau einer Sparschleuse mit etagenförmig in den Kammerwänden integrierten Sparbecken und einer Nutzlänge von 225 m ergänzt werden. Im Rahmen der Planung lag der Schwerpunkt neben der Entwurfs- und Ausführungsplanung der technisch anspruchsvollen Baugrubenkonstruktion vor allem auch in der Betrachtung der Auswirkungen der neuen Baugruben- und Schleusenkonstruktion auf das direkt benachbarte SHW.

 

Gründung eines Hochregallagers mit extremen Setzungsanforderungen in Reykjavic

Autoren: Dipl.-Ing. Dominik Gächter, Keller Grundbau Ges.mbH, Wien, Österreich
Dipl.-Ing. Martin Pelzl, 3P Geotechnik, Wien, Österreich
Dr.-Ing. Cecilia Bohn, Keller Holding, Offenbach / Main
Dipl.-Ing. Eva Ellmaier, Keller Grundbau Ges.m.b.H., Wien, Österreich

 

Im Hafen von Reykjavik, der Hauptstadt von Island, wird ein vollautomatisches Hochregallager in Kombination mit einem Logistikzentrum für einen Lebensmittelhändler errichtet. Dieses befindet sich auf einem,  mittels Saugbaggern, künstlich aufgeschütteten Grundstück. Aufgrund der extremen Setzungsanforderungen von 1:2000 bis 1:3000 wurde eine Tiefgründung  bis auf den tragfähigen Fels in 25m Tiefe erforderlich. Hierfür kommt eine Kombination aus  Duktilpfählen, System Keller KDP, in Kombination mit vorgespannten Stabankern zur Ausführung. Neben der Logistik stellt auch das isländische Wetter eine große Herausforderung für die Abwicklung der Baustelle dar.

 

10:15 - 10:45

Pause

10:45 - 12:30 | INNOVATION IN DER GEOTECHNIK

Kontraktorbeton und Stützflüssigkeiten für Tiefgründungen

Autor: Dr.-Ing. Karsten Beckhaus, BAUER Spezialtiefbau GmbH, Schrobenhausen

 

Die bestehenden normativen Regelungen genügen nach Überzeugung der beiden führenden Spezialtiefbauverbände in Europa und in den USA heute nicht mehr, anspruchsvolle Tiefgründungen mit gesicherter hoher Qualität auszuführen. Heutige Baustoffe und gestiegene Anforderungen aus der Bemessung sind nicht ausreichend berücksichtigt. Zwei gemeinsame Arbeitsgruppen der EFFC und des DFI haben Praxisleitfäden erarbeitet, die für die jeweilige Bauaufgabe helfen sollen den "richtigen Kontraktorbeton" und die "richtige Stützflüssigkeit" vorzusehen und deren Eigenschaften anhand geeigneter Akzeptanzkriterien zu kontrollieren. Wegen der komplexen Abhängigkeiten werden auch Anforderungen an die konstruktive Planung und die Bauausführung gestellt.

 

Wiederherstellung der Tragfähigkeit der Pfahlgründung und Zurückführung der Setzungen bei der Eisenbahnüberführung (EÜ) Füllbach

Autoren: Dipl.-Ing. Almuth Große, GuD Consult GmbH, Leipzig
Prof. Dr.-Ing. Kurt-M. Borchert, GuD Consult GmbH, Berlin
Dipl.-Ing. Stephan Keil, DB Netz AG, Erfurt

 

Da die Standsicherheit und die Gebrauchstauglichkeit der EÜ nicht mehr gegeben war, wurde eine Baugrundverbesserung im Bereich des Pfahlmantels und Pfahlfußes mittels Zementinjektion nach DIN EN 12715 und DIN SPEC 18187 geplant und ausgeführt. Bei Belastungsversuchen an Probepfählen wurde eine durch die Injektion mögliche Tragfähigkeitserhöhung um 70 bis 100% nachgewiesen. Durch die an der Pfahlgründung des Bauwerks ausgeführten Injektionsarbeiten konnten die eingetretenen Setzungen zurückgeführt und der Überbau zwischen 2,5 und 7 cm angehoben werden.

 

Neue Ansätze zur Erfassung des räumlichen Trag- und Verformungsverhaltens von tiefen Baugruben mit rechteckigem Grundriss

Autoren: Dipl.-Ing. Linus Klein, Ingenieurgruppe Geotechnik, Kirchzarten
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Christian Moormann, Universität Stuttgart

 

Die bei tiefen Baugruben mit rechteckigem Grundriss vorhandene räumliche Tragwirkung findet im Vergleich zu kreisförmigen Baugruben bei der Bemessung des Verbaus und der Prognose der Verformungen selten Berücktichtigung. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens an der Universität Stuttgart wurden neue Erkenntnisse zu räumlichen Effekten bei Baugruben mit rechteckigem Grundrissaus anhand von umfangreichen experimentellen und numerischen Untersuchungen gewonnen. Diese bilden die Grundlage für die Formulierung von Empfehlungen zur Berücksichtigung der Verteilung des räumlichen aktiven Erddrucks bei der Bemessung der Verbauwände sowie der Prognose der auftretenden Verformungen.

 

 

Die neue DIN EN 12716: "Düsenstrahlverfahren" - Was ist neu, was ist zu beachten?

Autoren: Dipl.-Ing. Gebhard Dausch, BAUER Spezialtiefbau GmbH, Schrobenhausen
Dipl.-Ing. Paul Pandrea, KELLER Holding GmbH, Offenbach

 

Die im Jahr 2001 erstmals veröffentlichte DIN EN 12716- "Düsenstrahlverfahren" wurde überarbeitet und  wird 2018 veröffentlicht. Dem internationalen Expertenteam  ist es gelungen, den Normentext deutlich zu straffen und gleichzeitig wichtige neue Themen und Regelungen aufzunehmen, deren Fehlen bisher einer allgemeinen bauaufsichtlichen Einführung im Wege gestanden ist. Was ist neu, was ist zu beachten? – Diese Frage werden die beiden Autoren in ihrem Beitrag behandeln und beantworten.

 

Gesteuerte Horizontalbohrungen und Vereisung für die U5 unter dem Spreekanal in Berlin - Innovative Bohr- und Messtechnik unter extremen technischen Randbedingungen.

Autoren: Dipl.-Ing. Joachim Meier, Implenia Spezialtiefbau GmbH, Mannheim
Dipl.-Ing. Claudia Backes, Implenia Spezialtiefbau GmbH, Mannheim
Dipl. -Ing. (FH) Thomas Schmitt, Implenia Spezialtiefbau GmbH, Mannheim

 

Im Zuge des Lückenschlusses der U-Bahnlinie U5 entsteht unter dem Spreekanal, direkt neben dem Stadtschloss / Humboldtforum, die Bahnsteighalle der Station Museumsinsel. Die dafür nötigen,  in Summe rund 10 km langen, hochgenauen Bohrungen wurden in einem eigens entwickelten Bohr- und Steuerverfahren unter extremen geotechnischen Randbedingungen eingebracht. Zur Überwachung der Gefrieranlagen und des Frostkörpers dienen über 2000 Sensoren, die in einem bisher einzigartigen Sensornetzwerk miteinander verknüpft sind. Die Messwerte werden in innovativer Weise graphisch aufbereitet und den zuständigen Stellen raumbezogen und nahezu in Echtzeit zur Verfügung gestellt.

 

Herstellung von 120 m tiefen Schlitzwandschächten

Autor: Dipl.-Ing. Gustav Jahnert, Bauer Technologies Ltd., London, UK
Dipl.-Ing. Norbert Hoffmann, Bauer Spezialtiefbau GmbH, Schrobenhausen

 

Im Nord-Osten Englands nahe der Hafenstadt Whitby baut Sirius Minerals in den kommenden 5 Jahren mit über 1.500 m die tiefste Miene Großbritanniens, um Polyhalit in großen Mengen zu fördern und global zu vermarkten. BAUER Technologies Ltd., die britische Tochtergesellschaft der BAUER Spezialtiefbau GmbH, stellt im Zuge dieser Baumaßnahme Schlitzwändschächte bis zu 120m Tiefe her. Um die spezifizierte vertikale Abweichung von maximal 200mm zu garantieren, werden unterschiedliche Messmethoden kombiniert und in einem 3D Modell dokumentiert. Zur Regenerierung der Bentonitstützflüssigkeit kommen zudem  komplexe Entsandungsanlagentechnik sowie speziell entwickelte Polymerprodukte zum Einsatz.

 

12:30 - 13:40

Mittagspause

13:40 - 15:05 | SPEZIALTIEFBAU II

Spezialtiefbau im UNESCO-Weltkulturerbe Pergamonmuseum

Autoren: Philipp Körner M.Sc., Implenia Spezialtiefbau GmbH, Berlin
Dipl. Ing. Stefan Mielecke, Stump Spezialtiefbau GmbH, Berlin

 

Die Durchführung von Spezialtiefbauarbeiten in einem Gebäudekomplex wie dem Pergamonmuseum ist eine besondere Herausforderung. Für die Herstellung der unterhalb des Grundwasserspiegels liegenden Baugruben im DS-Verfahren mussten die teilweise unbekannten Bestandsstrukturen in die Baugruben integriert werden. Durch im Vorfeld hergestellte Stabilisierungssäulen wurde die Gründung des Gebäudes gesichert. Im Nachgang konnten die Baugruben bestandsschonend hergestellt werden. Um auf weitere Unvorhersehbarkeiten im Baugrund reagieren zu können, bedurfte es einer ausgereifte dynamische Planung. Nur so war es möglich, die Baugruben fertigstellungsbegleitend und technisch dicht an das Folgegewerk zu übergeben.

 

AWK Emscher Bottrop BA 21.2: Sicherung der Einfahrsituationen des Rohrvortriebs DN 2800/1600 am Schachtbauwerk S 042a mittels Vereisungsverfahren - Herausforderung und Umsetzung nach bisherigen Erfahrungen

Autoren: Dipl.-Ing. Reiner Otterbein, Keller Grundbau GmbH, Bochum
Dipl.-Ing. Frank Ludwig, Keller Grundbau GmbH, Bochum
Dipl.-Geol. Markus Kühnel, Emschergenossenschaft / Lippeverband, Essen
Dipl.-Ing. Peter Schäfers, CDM Smith, Bochum
Dipl.-Ing. Guido Klein-Hitpaß, Epping Rohrvortrieb GmbH + Co. KG, Bocholt

 

Im Zuge der Emscherumgestaltung sind für das Pumpwerk Bottrop auf dem Gelände der läranlage Bottrop Abwasserkanäle DN2800 und DN1600 in ca. 17m Tiefe an den bestehenden Schlitzwand-Rundschacht S042a anzuschließen. Aufgrund der guten Erfahrungen aus der vorherigen Maßnahme wurden für die folgenden Abschnitte
ebenfalls Vortriebssicherungen mittels Bodengefrierung ausgeschrieben. Die Arge Emscher BA 21.2 wurde mit der Ausführung von Bodenstabilisierungskörpern mittels Stickstoffvereisung unter Anwendung von Druckluftvortrieben beauftragt. Der Vortrag wird auf die bei Planung und Bauausführung für die Vereisung und den Vortrieb zu berücksichtigenden Besonderheiten eingehen.

 

Bodenvereisung und Kompensationsinjektionen zum Schutz historischer Substanz im Neapel

Autoren: Dr. Eduard Falk, Trevi Spezialtiefbau GmbH, München
Florian Kaineder, Trevi Geotechnik GmbH, Graz, Österreich

Eines der Kernstücke der aktuellen Erweiterung des Ubahnnetzes von Neapel war von der Herausforderung gekennzeichnet,  in komplexer Geologie antike Bauwerke möglichst setzungsarm zu unterqueren. Dafür kam im Bereich Municipio eine Kombination aus Vereisung und Kompensationsinjektionen zum Einsatz. Der Beitrag berichtet über die Schwierigkeit, eine repräsentative Anordnung für einen Eignungsversuch im Vorfeld der Ausführung zu findenn und die erlangten Ergebnisse passend zu interpretieren.

Tiefe Baugruben für die internationale Beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt - Bemessungs- und ausführungstechnische Optimierungen und Einsatz von Staffelankern.

Autor: Dipl.-Ing. Alexander Schleith, Ed. Züblin AG Zentrale Technik, Stuttgart
Dipl.-Ing. Markus Escher, BBV Systems GmbH, Bobenheim-Roxheim
Erik Linke, M.Sc., Ed. Züblin AG Zentrale Technik, Stuttgart
Dipl.-Ing. (FH) Reinhard Steinle, Züblin Spezialtiefbau GmbH, Stuttgart
Dipl.-Ing. (FH) Holger Eberhard, Max Bögl Stiftung & Co. KG, Frankfurt / Main

 

Das Bauvorhaben FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) in Darmstadt umfasst eine neue internationale Beschleuniger- Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen. Die Baugruben haben Tiefen von bis zu 20,0 m und werden mittels rückverankertem, kombiniertem Verbau gesichert. Über die Bauzeit wird das anstehende Grundwasser um bis zu 7,0 m abgesenkt. Aufgrund der Größe und Komplexität des Bauvorhabens waren Optimierungen in Bemessung und Ausführung des Verbausystems erforderlich. Nicht zuletzt durch den Einsatz neuartiger Staffelanker BBV-multibond®., die aufgrund ihrer Bauweise das gleichzeitige Spannen aller Litzen zulassen, konnten diese Optimierungen umgesetzt werden. 

Bohrpfähle mit bereichsweiser Reduzierung der Mantelreibung

Autoren: Dipl.-Ing. Björn Böhle, Keller Grundbau GmbH, Bochum
Prof. Dr.-Ing. Frank Könemann, geoteam Ingenieurgesellschaft mbH, Dortmund
Dr.-Ing. Stephan Gutjahr, geoteam Ingenieurgesellschaft mbH, Dortmund

 

Bei der Planung tiefgegründeter Bauwerke neben bestehenden Tunnelbauwerken, Tiefgaragen oder anderen Untergrundbauteilen ist zu berücksichtigen, dass unzulässige zusätzliche Beanspruchungen oder Mitnahmesetzungen entstehen können. Der Abtrag der Gründungslasten erfolgt daher in tiefer liegende Baugrundschichten, während im Einflussbereich eines angrenzenden Bauwerks die Mantelreibung zu reduzieren ist. Meist werden hierzu unterschiedlich ausgebildete Hülsen vorgesehen. Solche Einbauten sind auf das Herstellverfahren von Bohrpfählen abzustimmen. Im Beitrag werden aktuelle Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt.

 

15:05 - 15:35

Pause

15:35 - 16:45 | NACHHALTIGKEIT IN DER GEOTECHNIK

Weiternutzung vorhandener Rammpfahlgründungen an Brückenbauwerken - zwei Beispiele

Autoren: Prof. Dr.-Ing. Maik Schüßler, Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Hoppegarten
Dr.-Ing. Fabian Kirsch, GuD Geotechnik und Dynamik Consult GmbH, Berlin
Dipl.-Ing. Matthias Römer, GuD Geotechnik und Dynamik Consult GmbH, Berlin
Ing., M. Sc. Andrés Vásquez-Rojas, GuD Geotechnik und Dynamik Consult GmbH, Berlin

 

Der deckungsgleiche Ersatzneubau von Brückenbauwerken stellt insbesondere bei vorhandenen Pfahlgründungen ein Problem bezüglich einer Neugründung dar. An zwei Beispielen wird gezeigt, dass die Weiternutzung von vorhandenen Rammpfahlgründungen möglich ist. Hierzu bedarf es jedoch umfangreicher Voruntersuchungen bis hin zu Proberammungen. Weiterhin sind statische Nachweise der Bestandsgründung im Einklang mit derzeit gültigen Regelwerken erforderlich. Die Ausführung von Baustoff- und Integritätsprüfungen an den vorhandenen Pfählen kann teilweise erst baubegleitend erfolgen.

 

Ergebnisse von statischen und dynamischen Pfahlprobebelastungen in 40 m Wassertiefe in der Ostsee

Autoren: Dr.-Ing. Magnus Geduhn, Ramboll GmbH, Hamburg
Pedro Barbosa Moreira, Iberdrola Renewables, London, UK

 

In der Ostsee werden derzeit eine Vielzahl an Offshore-Windparks geplant und gebaut. Während für die sandigen Böden der Nordsee gute Erfahrungen zur Machbarkeit und Bemessung von Gründungsstrukturen vorliegen, ist der Erfahrungsschatz für die Böden der Ostsee und insbesondere für die dort oberflächennah anstehende Kreide vergleichsweise gering. Um diesen Unsicherheiten zu begegnen, wurden vor Beginn der Ausführungsplanung zur Gründung im Auftrag von Iberdrola dynamische und statische Offshore-Pfahlprobebelastungen (Zugversuche) am Meeresboden geplant, beauftragt und realisiert. In dem Beitrag wird ein sehr kurzer Überblick über die Offshore-Pfahlversuche gegeben und vor allem die Testerkenntnisse werden diskutiert.

 

Tiefenlagerung hochradioaktiver Abfälle mit der Option der Rückholung - Barrierenübergreifendes Monitoring

Autoren: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Joachim Stahlmann, TU Braunschweig
Dipl.-Geol. Volker Mintzlaff,TU Braunschweig
Dipl.-Ing. R. Paola León Vargas M.Sc., TU Braunschweig

Ida Epkenhans M.Sc., TU Braunschweig

 

Die Implementierung der Rückholbarkeit ist bei einem Endlagerprojekt in Deutschland obligatorisch. Sie ermöglicht eine Fehlerkorrektur. Um Fehler feststellen zu können, müssen das Tiefenlager und seine Entwicklung beobachtet werden (Monitoring). Die Messtechnik muss dabei über mehrere Jahrzehnte funktionieren. Da geotechnische Messsysteme nur eine begrenzte Lebensdauer aufweisen, müssen sie folglich wartbar sein. Das erfordert u.a. zusätzliche Bohrungen und Strecken, die teilweise im Widerspruch zum Hohlraumminimierungsgebot stehen. Der Beitrag verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen der Beobachtbarkeit durch Monitoring und der Langzeitsicherheit eines Tiefenlagers.

 

Experimentelle und numerische Untersuchung von Energiespundwänden

Autoren: David Koppmann, M.Sc., Lehrstuhl für Geotechnik im Bauwesen, RWTH Aachen University
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Martin Ziegler, Lehrstuhl für Geotechnik im Bauwesen, RWTH Aachen University
Dominique Knapp, M.Sc., Geophysica Beratungsgesellschaft mbH, Aachen
Dr. rer. nat. Renate Pechnig, Geophysica Beratungsgesellschaft mbH, Aachen
Dipl.-Ing. Torsten Semmling, SPS Energy GmbH, Horhausen

 

Mit Energiespundwänden kann je nach Einsatzgebiet neben dem oberflächennahen Untergrund besonders das große thermische Energiepotential offener Gewässer zum Heizen und Kühlen erschlossen werden. Am Lehrstuhl für Geotechnik der RWTH Aachen University werden die Energiespundwände mit den Zielen der Ermittlung repräsentativer Kennwerte zur Energieeffizienz und möglicher Entzugsleistungen, der Entwicklung eines Bemessungsansatzes, sowie der Realisierung und messtechnischen Überwachung einer Demonstrationsanlage untersucht. Dafür werden unter anderem Wärmeentzugsversuche im Technikumsmaßstab durchgeführt und ein semi-analytischer Berechnungsansatz entwickelt.

 

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